Lemmo Zero im Test

Lemmo Zero im Test

Originalquelle: FOCUS MOBILITY

Mit dem Zero verfolgt Lemmo einen anderen Ansatz als die meisten E-Bike-Hersteller. Statt maximale Motorleistung und große Akkus in den Mittelpunkt zu stellen, setzt das junge Unternehmen konsequent auf Mobilität, geringes Gewicht und ein möglichst kompaktes Format. Das Ergebnis ist ein modernes Faltrad mit Carbonrahmen, das sich optisch deutlich von klassischen Vertretern seiner Gattung abhebt und mit rund 14 Kilogramm angenehm leicht bleibt.

Besonders überzeugend ist der Faltmechanismus. Mit etwas Übung lässt sich das Lemmo Zero in kurzer Zeit auf ein erstaunlich kleines Packmaß zusammenlegen – klein genug, um in einem entsprechend großen Koffer transportiert zu werden. Damit eröffnet das Rad Möglichkeiten, die klassische E-Bikes nicht bieten. Ein weiterer Vorteil ist der nur 159 Wh große "Smartpac Air"-Akku. Seine Kapazität beschränkt zwar naturgemäß die Reichweite, liegt aber unter der Grenze, bis zu der Lithium-Ionen-Akkus im Flugzeug transportiert werden dürfen. Wer das Lemmo mit auf Reisen nehmen möchte, findet hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Im Alltag überzeugt der Frontnabenmotor mit einer harmonischen und unauffälligen Abstimmung. Kraftwunder sollte man allerdings nicht erwarten. Für längere Steigungen oder sportliche Touren ist die Unterstützung schlicht zu zurückhaltend ausgelegt. Auch die drei Unterstützungsstufen unterscheiden sich in der Praxis nur geringfügig. Das passt allerdings durchaus zum Gesamtkonzept, denn das Lemmo versteht sich weniger als Tourenrad, sondern vielmehr als unkomplizite Mobilitätslösung für Pendler, Camper oder den täglichen Weg durch die Stadt.

Die vergleichsweise schmalen Reifen und der steife Carbonrahmen sorgen zwar dafür, dass Unebenheiten deutlicher an den Fahrer weitergegeben werden als bei vielen anderen E-Bikes. Gleichzeitig profitiert das Rad davon, wenn der Motor einmal ausgeschaltet bleibt. Dank des geringen Gewichts, der leichtgängigen Kettenschaltung und der geringen Rollwiderstände fährt sich das Zero nahezu wie ein normales Faltrad und lässt sich auch ohne Unterstützung angenehm flott bewegen.

Erfreulich ist zudem die Effizienz des Gesamtsystems. Zwar fällt die absolute Reichweite aufgrund des kleinen Akkus naturgemäß geringer aus als bei klassischen E-Bikes. Gemessen an der Akkukapazität erzielt das Lemmo jedoch bemerkenswert gute Werte. Dazu trägt neben dem sparsamen Frontmotor auch das insgesamt auf niedrigere Geschwindigkeiten und moderate Unterstützung ausgelegte Konzept bei.

Praktisch gelöst ist auch der Akku selbst. Er lässt sich mit wenigen Handgriffen entnehmen und über einen USB-C-Anschluss gleichzeitig als leistungsstarke Powerbank für Smartphone, Tablet oder sogar einen Laptop nutzen. Die lange Sattelstütze ermöglicht darüber hinaus die Anpassung an einen großen Bereich unterschiedlicher Körpergrößen.

Unter dem Strich ist das Lemmo Zero kein E-Bike für lange Radtouren oder anspruchsvolle Bergstrecken. Wer jedoch ein besonders leichtes, kompaktes und unkompliziertes E-Bike sucht, das sich problemlos in die Wohnung tragen, im Wohnmobil verstauen oder sogar auf Flugreisen mitnehmen lässt, findet hier ein ausgesprochen interessantes Konzept. In Verbindung mit einem Preis von unter 2.000 Euro bietet das Lemmo Zero derzeit ein ungewöhnliches Gesamtpaket mit echten Alleinstellungsmerkmalen.

1. Mit nur rund 14 Kilogramm Gewicht und leichtgängiger Kettenschaltung fährt sich das Lemmo auch ohne Motor angenehm unkompliziert.

2. Die lange Sattelstütze deckt einen großen Bereich an Körpergrößen ab; der Frontmotor unterstützt harmonisch, aber bewusst zurückhaltend.

3. Der kompakte Faltmechanismus ermöglicht ein erstaunlich kleines Packmaß – das Lemmo passt zusammengefaltet sogar in einen Koffer.

4. Der 159-Wh-Akku lässt sich leicht entnehmen, dient per USB-C zugleich als Powerbank und darf im Flugzeug transportiert werden.